Die Schauplätze

Der Gefreite Thomas Osterauer aus dem 9.Chevauleger-Regiment Herzog Maximilian war einige Monate zum persönlichen Dienst bei König Ludwig II. von Bayern abkommandiert. In seinen Erinnerungen schildert er auch einen Aufenthalt im Schloss Linderhof: 
Der König führte dann mich und Huber in die blauen Grotte. Bei dieser Gelegenheit kamen wir zum hinteren Teil des Schlosses, wo mehrere Arbeiter beschäftigt waren, aber von den Arbeitern war keiner zu sehen, nur ein himmellanger Tiroler hatte sich so versteckt, daß seine Füße ein paar Meter weit hervorsahen. Als ihn der König fragte, was er denn da mache? antwortete er: "Woascht wohl, da Palier hot gsock, boist du kimmscht, müaß ma ins vastecka." Der König wollte das aber gar nicht. 
Der König hieß mich den Kleinen, Thomas, auch mal Wurzer-Sepp. Schon der Eingang der Grotte war zauberhaft. Als wir an den See und Wasserfall kamen, mußte ich zurückgehen, fast bis zum Eingang, und für die zwei Schwäne bei Skell Brot holen, welches schon bereitstand.

 Als ich zu Majestät in die Nähe kam, stolperte ich über etwas und fiel dem König zu Füßen. "Was hast denn?" frug Majestät. Ich antwortete: "Hier liegt vor Eurer Majestät im Staub der Wurzer-Sepp." Ich mußte wieder Brot holen, als ich den leeren Teller zurücktrug und wieder zurückkam, war vom König und Huber nichts mehr zu sehen. Ich war ganz verwirrt durch die Schönheit der Grotte. Als ich so allein dastand, erblickte ich in einem Felsen einen Spiegel, in welchem sich ein Chevauleger abspiegelte; ich meinte, es wäre Huber, als ich aber in die Nähe kam, war ich es selbst. Endlich erblickte ich den König oberhalb des See's im sogenannten Kristallsitz. Bis ich den Weg da hinauf gefunden habe, war der König wieder ganz woanders. Endlich habe ich doch den richtigen Weg zu ihm gefunden. Als wir zum Wasserfall zurückkamen, stand Huber schweißtriefend auch da.
Der König zeigte uns dann den Pfauenkiosk, den Venustempel und den alten großen Lindenbaum, auf welchem er schon seine Mahlzeiten einnahm.