Recherche zu "Ohne Herz"

17. Juni 2018

Der 3. Teil der Recherche-Tour

Auf Recherche-Tour!

Teil 3 - Die Einsiedelei

 

... des Gurnemanz ließ Ludwig II. im Jahre 1877 ganz in der Nähe der Hunding-Hütte errichten. Beide Bauwerke entstanden nach Bühnenanweisungen einer Wagner-Oper, die Hunding-Hütte aus der "Walküre" und die Einsiedelei aus "Parsifal". Neben der Venusgrotte (Tannhäuser) ist sie damit das dritte Wagner-Bühnenbild, zwischen Schloss Linderhof und dem Plansee. Ich musste unbedingt mehrmals dorthin, um ein möglichst authentisches Gefühl für die Atmosphäre dieses abgelegenen Fleckchens Erde zu bekommen. Leider hat man die Einsiedelei verfallen lassen. Die Hunding-Hütte fiel 1945 einer Brandstiftung zum Opfer. Bereits Ende 1884 brannte Sie bis auf die Grundmauern nieder. In Folge des Brandes ließ der König in der Nähe ein Wachhäuschen errichten. Weshalb befahl er das, wenn das Feuer angeblich durch Funkenflug ausgelöst wurde?  Ich vermute, dass sich Ludwig II. zu dieser Zeit nicht nur in München, sondern auch in seiner geliebten Bergeinsamkeit nicht mehr sicher fühlte. Die beiden Bauwerke wurden später im Schlosspark von Linderhof rekonstruiert. 

Eine Einsiedlerhütte, an einen Felsen angelehnt, mit einer Wiese, die zur blumigen Au sich verschönern wird, schreibt der König an Richard Wagner. Der Küchenjunge Theodor Hirneis berichtet, dass der König im Frühjahr eine Karfreitagswiese rund um die Klause wollte, wie im "Parsifal" beschrieben. Man musste sogar den Schnee wegräumen und Rasenstücke mit Frühlingsblumen aus dem Treibhaus einpflanzen. Im Inneren der Einsiedelei gab es nur simple Malerei auf Packleinwand, ein Ruhebett, einen Tisch mit Bank und einen Betschemel. Den kleinen Herd hat Ludwig selbst befeuert, da er sich stets alleine in der Klaus aufhielt. Dort soll Ludwig zum ersten Mal Parsifal gelesen haben, den ihm Wagner zugeschickt hatte. Das mittelalterliche Heldenepos Parzival, von Wolfram von Eschenbach kannte Ludwig bereits. Mit dem Thronsaal von Neuschwanstein hat er die Grashalle von Montsalvat aus dieser Dichtung entstehen lassen.

Wenn er die Glocke im kleinen Türmchen läutete, kam ein Diener um ihn zur Hunding-Hütte abzuholen. Auch wenn die Nachbildungen der beiden Gebäude in Linderhof sehr gelungen sind, kann man sich nur an den Originalschauplätzen in die Gedankenwelt des Königs zurückversetzen.  

8. Oktober 2017

Der 2. Teil der Recherche-Tour

Auf Recherche-Tour!

Teil 2 - Die Hundinghütte von König Ludwig II. 

 

Ich war wieder unterwegs um die Originalschauplätze der unterschiedlichen Bauten König Ludwigs II. zu besuchen. Diesmal stand der historische Standort der Hundinghütte auf dem Programm. Bereits 1876 ließ König Ludwig II. diese errichten.

 

Weit abgelegen, am Fuße der Kreuzspitze entstand eine schlichte Blockhütte aus groben Balken. Die Hütte baute man um eine natürliche Buche herum. Diese Buch wurde dann als Esche verkleidet, denn sie sollte die Weltesche Yggdrasil aus der Wagneroper "Walküre" verkörpern. Überhaupt sollte alles so gebaut werden, wie es Richard Wagner für sein Bühnenbild zur Oper beschrieben hatte.

 

Im Raum (Raumhöhe ca. 8m, Raumlänge ca. 15m) gab es neben dem Baum, einen Tisch, Stühle und eine Feuerstelle. Ein kleiner separates Zimmer als Ruhelager vervollständigte die Einrichtung. Alles war mit Fellen, Trinkhörnern und germanischen Waffen dekoriert. So saß Ludwig umgeben von Chevauxlegers, die als Germanen verkleidet waren und aus Füllhörnern tranken, inmitten einer lebendigen Opernkulisse mitten im Nirgendwo.

Vor der Hundinghütte wurde eigens ein See ausgehoben und der Grund mit Zinkplatten bedeckt, in dem der König hin und wieder schwimmen ging. 

Heute ist von alle dem nicht mehr viel übrig. Die Hundinghütte wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg niedergebrannt, der See wieder abgelassen. Ein unbedarfter Wanderer würde hier wohl niemals einen Ort vermuten, an dem der einstige Märchenkönig viel Zeit verbrachte. 1990 entstand eine originalgetreue Nachbildung der Hundinghütte im Schlosspark Lindenhof.

 

 


5.Oktober 2017

Die Recherche-Tour für die Fortsetzung hat begonnen!

Auf Recherche-Tour

Teil 1 - Das Marokkanische Haus König Ludwigs II. 

 

Für die Fortsetzung meines Neuschwanstein-Thrillers "INS HERZ" habe ich mich auf Recherche-Tour begeben. 

Erste Station war der Originalstandort des Marokkanischen Hauses, der sich zwischen Plansee und Schloss Lindenhof befindet. 

Das Marokkohaus ar das einzige original-orientalische Gebäude im Besitz König Ludwigs II. 

Nach seinem Tod 1886 wurde es abgebaut, verkauft und jahrelang als privates Gartenhaus in Oberammergau genutzt. 

Anfang der 1980 Jahre kaufte es die Bayerische Schlösserverwaltung wieder zurück und stellte es an seinem jetzigen Standort im Schlosspark Lindenhof auf. 

 

Rund um den historischen Standort hat sich den vergangenen 140 Jahren doch einiges geändert. Die Umgebung ist verwildert und mit Bäumen zugewachsen. Nur einige wenige Mauerreste sind noch zu sehen. Wie sie auf den oberen Fotos sehen können. 

 

Von dem einstigen Blick auf die sogenannte Marokkowiese, einer Lichtung unterhalb des historischen Standortes, ist nur noch wenig zu sehen. Aufgrund der vielen Bäume ist das Panorama zugewachsen. Doch die Aussicht auf die gegenüberliegenden österreichischen Alpen und die Marokkowiese muss grandios gewesen sein.

 

Man merkt gleich, König Ludwig II. hatte schon ein besonderes Händchen für aussergewöhnliche und einzigartige Standorte.